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28.04.2010
Weidemyopathie im Odenwald
Tod auf der Weide: Die Atypische Weidemyopathie hat im südhessischen Odenwald bis jetzt mindestens zwei Pferde das Leben gekostet.
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Die beiden Pferde starben letzte Woche in Lindenfels-Winkel. Nun hat die veterinärmedizinische Untersuchung bestätigt: es handelt sich um Atypische Weidemyopathie. Bei einem weiteren Tier, das gestern nur knapp zehn Kilometer entfernt in Reichenbach im Lautertal verendete, steht das endgültige Ergebnis noch aus. Aber auch hier sprechen die Symptome für die tückische Krankheit. Europaweit hat es in diesem Frühjahr bereits rund 30 Fälle der Atypischen Weidemyopathie gegeben. Die Atypische Weidemyopathie ist eine Muskelerkrankung bei Pferden, die sehr plötzlich auftritt und einen schnellen Verlauf nimmt. Sie betrifft ausschließlich auf der Weide gehaltene Pferde und tritt vorwiegend im Herbst oder Frühjahr auf. Erkrankte Pferde sind steif, ihre Muskeln zittern, und sie gehen schwankend. Weitere Symptome sind Schweißausbrüche, gerötete Schleimhäute und erhöhte Puls- und Atemfrequenz. Die Atmung kann erschwert sein. Typisch ist auch der dunkelrote oder braune Harnabsatz, verursacht durch den mit dem Urin ausgeschiedenen Muskelfarbstoff. Oft sind die Pferde apathisch. Die Krankheit zerstört die gesamte Muskulatur der Tiere und führt in über 90 Prozent der Fälle innerhalb von drei Tagen zum Tod. Trotz dieses dramatischen Krankheitsverlaufs sind die Ursachen der Atypischen Weidemyopathie noch größernteils unerforscht. Tiermediziner der Universität Liège in Belgien haben auf ihrer Webseite ( www.myopathieatypique.be) verschieden Risiken und daraus resultierende vorbeugende Massnahmen zusammengetragen. Risiken und Vorbeugung beim Pferd:
Besonders gefährdet sind Pferde, die jünger als drei Jahre sind, sowie ältere Tiere, die sich in einer nicht so guten körperlichen Verfassung befinden. Außerdem sind häufiger Pferde betroffen, die nicht oder nicht mehr gearbeitet werden, sowie Tiere, die nicht geimpft und entwurmt sind. Zur Vorbeugung empfehlen die Tierärzte, Pferde besonders während der riskanten Jahreszeiten im Frühjahr und Herbst zuzufüttern, einen Salzleckstein anzubieten sowie regelmäßig zu impfen und zu entwurmen. Trinken sollten die Tiere ausschließlich Leitungswasser – nicht von Wasserstellen auf der Weide. Wenn bereits Fälle von Atypischer Weidemyopathie in der näheren Umgebung aufgetreten sind, sollten insbesondere junge Pferde nur kontrolliert auf die Weide kommen. Risiken und Vorbeugung bei der Weide:
Die Atypische Weidemyopathie tritt gehäuft auf Weideland auf, auf dem es schon vorher Krankheitsfälle gab. Eine erhöhte Gefahr besteht auch auf Koppeln, die an Steilhängen und in Tälern liegen. Feuchte Weiden mit Fließgewässern, Bäumen und viel Laub sind ebenfalls riskant. Im Frühling und Herbst ist das Weidemyopathie-Risiko besonders hoch, wenn das Wetter kalt (zwischen null und sechs Grad Celsius), nass und windig ist. Vorbeugend sollten während dieser Jahreszeiten keine abgefressenen und feuchten Weiden genutzt werden. Wenn auf einer bestimmten Koppel bereits ein Krankheitsfall vorgekommen ist, empfehlen die Tierärzte aus Belgien, diese allerhöchstens im Sommer zu nutzen. Laub, Pferdeäpfel und Giftpflanzen sollten regelmäßig vom Weideland entfernt werden. Generell raten die Veterinäre bei schlechtem Wetter und großen Temperaturunterschieden im Frühling und Herbst, Pferde nur kontrolliert oder gar nicht auf die Weide zu stellen. -md -
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