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04.12.2009
Prozess gegen Hofbetreiber: Kamen Gnadenhofpferde zum Schlachter?
Die Besitzer wollten ihren alten oder kranken Pferden ein schönes Leben als Beistellpferde auf einem Gnadenbrot-Hof bieten. Stattdessen landeten die Tiere bei Pferdehändlern, teilweise sogar beim Schlachter.
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 | Die Stute Ginger |
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„Ich wollte für Ginger doch nur einen schönen ´Rentenplatz´, wo sie ihren wohlverdienten Ruhestand genießen kann.“ Maria Zilian aus Barth (Mecklenburg-Vorpommern) kann immer noch nicht glauben, dass ihre Hannoveraner-Stute verschwunden ist. Ginger ist eines von mindestens 26 Pferden, die als Gnadenbrot- oder Pensionspferde auf den Hof von Frank E. ins brandenburgische Helle kamen und ohne Wissen und Erlaubnis der Besitzer weiterverkauft wurden. Maria Zilian brachte die 19-jährige Ginger im Juli 2008 zu dem vermeintlichen Pferdefreund. „Ich habe fast täglich mit Frank E. telefoniert, er hat mir erzählt, wie gut es Ginger geht, und schickte mir viele Bilder von ihr“, erzählt die 21-jährige Springreiterin. „Nur wenn ich gefragt habe, ob ich sie besuchen kann, hatte er nie Zeit.“ Im März diesen Jahres erfährt Maria Zilian durch einen Fernseh-Bericht von verschwundenen Pferden auf dem Hof von Frank E. und fährt nach Helle, um sich selbst ein Bild zu machen. Geschockt muss sie feststellen, dass auch Ginger sich nicht mehr auf dem Hof befindet. „Seit diesem Tag bin ich im Internet und mit Flyern auf der Suche nach meinem Pferd – bislang leider ohne irgendeinen Hinweis, wo sie jetzt sein könnte.“ Von Frank E. bekommt sie nur widersprüchliche Informationen, einmal soll die Stute wegen einer Verletzung eingeschläfert worden sein, einmal will er sie an einen Händler verkauft haben. Seit Ende November steht Frank E. nun vor dem Bergener Amtsgericht. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin wirft ihm in 14 Fällen vor, fremde Pferde bei sich untergestellt und ohne Erlaubnis der Besitzer an Händler oder Schlachter verkauft zu haben. Zum ersten Prozesstag erschien der Angeklagte nicht vor Gericht. In Abwesenheit wurde er dazu verurteilt, Auskunft über den Verbleib der Tiere zu geben. Weil er gegen den Schutzvertag mit Maria Zilian verstoßen hat, muss er außerdem 500 Euro an den Tierschutz in Rostock zahlen.
Die 21-Jährige hat allerdings wenig Hoffnung, dass sie von Frank E. vor Gericht mehr über den Aufenthaltsort ihrer Stute erfährt. „Ich hoffe nur, dass Ginger noch lebt“, sagte sie. - md - |