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10.11.2009

Forscher entziffern Pferdegenom

Forscher haben das Erbgut des Pferdes vollständig entschlüsselt - und sind dabei auf eine Überraschung gestoßen: Das Pferdegenom hat eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit dem des Menschen. Diese Ergebnisse könnten helfen neue Erkenntnisse über Erbkrankheiten beim Menschen zu gewinnen und auch mehr über die Evolution des Pferdes zu erfahren.



Rund 90 Erbkrankheiten, unter denen Pferde leiden, sind mit menschlichen Erkrankungen vergleichbar. Die Wissenschaftler, zu denen auch Forscher der Tierärztlichen Hochschule Hannover zählen, erhoffen sich daher nun aus den gewonnenen Daten neue Erkenntnisse über die Ursachen vieler menschlicher Erkrankungen, darunter Muskel- und Entzündungsleiden oder Unfruchtbarkeit. „Pferde und Menschen leiden an ähnlichen Krankheiten", sagt Dr. Kerstin Lindblad-Toh vom Massachusetts Institute of Technology (MIT), Koordinatorin des internationalen Forscherteams. „Daher verspricht das Ermitteln der genetischen Schuldigen beim Pferd, unser Krankheitswissen um beide Organismen zu vertiefen.“

Ein Beispiel für die Übertragbarkeit der Ergebnisse von Pferd auf Mensch lieferten die Forscher bereits. Sie analysierten die Ursache von gefleckter Haut, wie sie etwas für Appaloosas typisch sind. Diese gefleckten Pferde leiden oft an einer Nachtblindheit, die der des Menschen ähnelt. Die Liste der verdächtigen Genmutationen schränkten die Forscher bereits auf 42 ein. Zwei davon liegen bei einem Gen, dass an der Pigmentbildung beteiligt ist.

Twilight.
Twilight ist das erste Pferd bei dem nun das Erbgut vollständig entschlüsselt ist.

Das erste Pferd bei dem nun das Erbgut vollständig entschlüsselt ist, heißt Twilight.  Die Vollblut-Stute von der Cornell University im amerikanischen Ithaca zeigt, dass das Pferdegenom mit rund 2,7 Milliarden DNA-Bausteinen etwas größer ist als das des Hundes, aber kleiner als das von Mensch oder Kuh. Mehr als die Hälfte der Pferdegene liegt auf den Chromosomen in der gleichen Reihenfolge wie beim Menschen. Diese Übereinstimmung ist deutlich höher als im Vergleich zum Hund. Hier liegen nur 29 Prozent der Gene so wie beim Menschen. - md -
 
 



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